Periprothetische Infektion

Nach einem Knochenbruch oder bei fortgeschrittenem Gelenkverschleiß (Arthrose) werden in Deutschland jährlich rund 175.000 künstliche Kniegelenke und knapp 210.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Eine Infektion tritt postoperativ glücklicherweise nur selten auf, stellt aber die am meisten gefürchtete Komplikation dar. Ihre Beherrschung ist zeitaufwendig, kostenintensiv und gelingt nur einem erfahrenen Team. Für jeden Patienten müssen individuelle Lösungen gefunden werden, vom Verfahren über die Planung, Vorbereitung und Durchführung des Eingriffes bis zur Pflege, Mobilisation und Rehabilitation.

Prinzipiell sind folgende Verfahren möglich:
• Erhaltungsversuch
• Ein- / zweizeitige Wechseloperation
• Individuell angefertigte Sonderprothese
• Beschichtete Implantate

 Therapie & Operationsverfahren

Ein Versuch, die Endoprothese trotz Infektion zu erhalten, ist bei einem Frühinfekt innerhalb von vier Wochen nach der OP sinnvoll. Die Erfolgsraten liegen dann bei ca. 50 Prozent. Ist die Infektion älter oder scheitert der Erhaltungsversuch, muss die Endoprothese gewechselt werden.

Für den Austausch kommen zwei Verfahren infrage:

Beim einzeitigen Wechsel werden während einer Operation die infizierte Endoprothese entfernt, das Implantatlager intensiv gereinigt und ein neues Kunstgelenk eingesetzt. Dieses Vorgehen kommt in Betracht, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: niedriges Risikoprofil, intakte Weichteile, bekannter Keim, erste Wechseloperation.

Beim zweizeitigen Wechsel entfernt der Operateur die infizierte Endoprothese und reinigt die gesamte Wunde nach vorherigem ausgiebigem Débridement. Anschließend werden PMMA-Ketten oder ein Platzhalter eingelegt und eine systemische Antibiotikatherapie über 6 Wochen ambulant durchgeführt. Nach Normalisierung der Laborwerte und abgeschlossener Wundheilung erfolgt in einer zweiten Operation der Einbau einer neuen Endoprothese. Wir verwenden in der postinfektiösen Revisionsendoprothetik modulare Implantate, die zementfrei verankert werden. Dies ermöglicht auch stark vorgeschädigtem Knochen eine Regeneration und eine langfristige stabile Verankerung.

Bei ausgedehnten Knochendefekten und bei Mehrfach-Wechseleingriffen können individuell angefertigte Endoprothesen zur Rekonstruktion erforderlich werden. Dazu ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Hersteller und seinen Ingenieuren unabdingbar.

Der Einsatz von beschichteten Implantaten kommt bei Hochrisiko-Patienten und resistenten Infektionserregern in Frage.

 Unsere Leistungen
  • umfangreiche, bildgebende Verfahren zur klinischen Diagnosestellung
  • konservative Therapiekonzepte mit Physiotherapie und Schmerztherapie
  • ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Techniken im Septischen Operationssaal 
  • ein erfahrenes und hervorragend ausgebildetes Behandlungsteams bestehend aus Operateuren, Anästhesisten, Fachpflegekräften sowie Therapeuten
  • große Erfahrung mit Wechseloperationen 
  • enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Fachdisziplinen der BG Unfallklinik
  • intensive und fachgerechte Betreuung der Patienten durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal auf Station
  • ein sehr umfangreiches und vielfältiges, individuell auf jeden Patienten zugeschnittenes Angebot an stationären und ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen sowie Beratung und Betreuung durch unsere Sozialdienst  

  Chefarzt

Dr. med. Gerhard Walter

Sekretariat :
Carmen Breijo Vazquez

  069 475-2022   069 475-4242 septischechirurgie@bgu-frankfurt.de