Behandlung von Weichgewebesarkomen

Die frühzeitige Diagnose und interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Experten bzw. an der Behandlung beteiligter Fachrichtungen ist entscheidend für den Verlauf und die Überlebensprognose. Es bestehen etwa 140 histologische Typen gut- und bösartiger Weichgewebetumoren, wobei meist bösartige Tumoren auftreten und als lebensbedrohende Erkrankung einzuordnen sind.

Die Behandlungsqualität beginnt bereits bei der Erstvorstellung in einer möglichst auf Sarkombehandlung spezialisierten Klinik. In unserer Abteilung durchlaufen Patienten mit V.a. Sarkom einen speziellen Behandlungspfad (s. Infobox rechts).

Behandlungsweg

Zunächst werden die Patienten in der Spezialsprechstunde für Weichgewebesarkome von einem in diesem Gebiet kompetenten Plastischen Chirurgen ausführlich untersucht. An Diagnostik ist meist eine Ultraschalluntersuchung sowie ein Kernspintomogramm (MRT) zur Beurteilung der Lokalisation und der Größe des Tumors notwendig. 

Als nächster Schritt erfolgt bei entsprechender Größe des Tumors in der Regel eine fachgerechte Probeentnahme, die sodann durch einen Pathologen begutachtet wird.

Kommt es zur Diagnose eines Weichgewebesarkoms wird in der Regel eine Referenzpathologie durch ein auf Sarkome spezialisiertes pathologisches Institut vorgenommen. Die Ergebnisse der pathologischen Untersuchung werden dann im interdisziplinären Tumorboard zusammen mit Plastischen Chirurgen, Onkologen, Pathologen, Strahlenmedizinern und Chirurgen besprochen und für den jeweiligen Patienten ein Behandlungspfad festgelegt. Hierbei wird erörtert, ob im Vorfeld einer chirurgischen Entfernung des Tumors eine Strahlen- oder Chemotherapie durchgeführt werden muss oder erst nach der Entfernung des Sarkoms.

Bei der Tumorentfernung, die durch das hochspezialisierte Team der Plastischen Chirurgen durchgeführt wird, erfolgt die Exzision des Tumors mit großem Sicherheitsabstand, d.h. ein den Tumor umgebender Weichteilmantel wird mit entfernt.

Dabei wird mit modernsten mikrochirurgischen Techniken darauf geachtet möglichst Gefäße, Nerven, Knochen und funktionell wichtige Strukturen erhalten zu können. Ist dies nicht möglich sind wir als Spezialisten für rekonstruktive Mikrochirurgie in der Lage entsprechende Funktionswiederherstellungen durchzuführen, die eine gute Lebensqualität ermöglichen.

Weiterhin erfolgt bei den meisten Operationen die Deckung des entstandenen Gewebedefektes durch die Tumorentfernung mittels einer sogenannten Lappenplastik, d.h. einer Gewebetransplantation.

Diese Gewebetransplantation führt dann zu stabilen Weichteilverhältnissen und die häufig nach Abschluss der Wundheilung folgende Strahlentherapie kann problemlos durchgeführt werden. 

Die Patienten mit Weichgewebesarkomen werden selbstverständlich regelmäßig im Rahmen von onkologischen Kontrollen nachuntersucht und von den Ärzt/innen der Abteilung für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie weiter betreut.

  Chefarzt

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Michael Sauerbier

Sekretariat :
Christiane Barufke, Lisa Mehler, Irmtraud Schuster

  069 475-2323   069 475-2586 pc-hc@bgu-frankfurt.de

  Behandlungsalgorithmus Weichgewebesarkome