Rekonstruktion nach Verletzungen des Plexus brachialis und der peripheren Nerven - Symptome und Ursachen

Als Plexus cervicobrachialis bezeichnet man das komplex verwobene Nervengeflecht im Halsbereich, das für die Muskulatur und Sensibilität von Schulter und Arm zuständig ist.
Aufgrund seiner besonderen topografischen Beziehungen zu den sehr beweglichen anatomischen Strukturen des Schultergürtels ist er häufig mechanischen und insbesondere traumatischen Schädigungen ausgesetzt.
Die häufigste Form von Arm-Plexus-Paresen stellen die unmittelbar traumatischen Fälle dar. Meist handelt es sich um junge Männer zwischen 20 und 25 Jahren, die Opfer von Unfällen mit Arm-Plexus-Paresen sind.
Bei den traumatischen Plexus-Lähmungen wird zwischen Stich-, Schnitt- oder Schussverletzungen, geschlossenen Verletzungen mit Prellungen und Quetschungen oder geschlossenen Verletzungen mit Zerrungen, Zerreißungen und Wurzelausrissen unterschieden.

 Diagnose, Therapie und Operationsverfahren

Je nach Verletzungsart erfolgt nach sorgfältiger interdisziplinärer Evaluation in unserer Sprechstunde für Läsionen des Plexus brachialis und der peripheren Nerven die genaue Abklärung der Läsion. Hierbei werden klinische, neurologische, aber auch radiologische Untersuchungen durchgeführt und in einem Team aus Plastischen Chirurgen, Handchirurgen, Neurochirurgen, Neurologen, Neuroradiologen und Orthopäden/Unfallchirurgen besprochen. Die operativen Eingriffe und Wiederherstellungsoperationen sind in Abhängigkeit des Schweregrades der Verletzungen sehr vielfältig. Bei frischen, früh diagnostizierten Verletzungen ist zeitweise eine direkte Rekonstruktion der Strukturen mit mikrochirurgischer Nervenwiederherstellung möglich. Sehr häufig jedoch müssen zu einem späteren Zeitpunkt Neurotisationsoperationen kombiniert mit motorischen Ersatzoperationen bzw. Sehnentranspositionen durchgeführt werden. Auch wird die Wiederherstellung der Beuge- oder Streckfunktion des Armes nicht selten durch die Transplantation von freien Muskellappenplastiken vorgenommen.

Ziel der rekonstruktiven Eingriffe nach Plexus brachialis Verletzungen ist die Besserung der Funktion des im Vorfeld häufig funktionslosen Armes bzw. der Hand und Verbesserung der Lebensqualität, möglichst mit späterer Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess.

Nicht selten sind mehrere Operationen über einen längeren Zeitraum erforderlich, die von intensiven ambulanten und/oder stationären Rehabilitationsmaßnahmen flankiert sind. Hier ist die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen, wie beispielsweise den Physio- und Ergotherapeuten zusammen mit den operativ behandelnden Fächern von hoher Wichtigkeit für den Behandlungserfolg des Patienten. 

 Unsere Leistungen
  • Spezialsprechstunde für Läsionen des Plexus brachialis und der peripheren Nerven
  • umfangreiche radiologische Untersuchungsverfahren zur Diagnosesicherung
  • umfassende Erfahrung mit verschiedensten Verfahren der Plexusrekonstruktion
  • ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Medizintechnik
  • multimodale Therapiekonzepte mit physio- und schmerztherapeutischen Maßnahmen
  • ein interdisziplinäres und erfahrenes Behandlungsteam aus Plastischen Chirurgen, Handchirurgen, Neurochirurgen, Neurologen, Neuroradiologen, Orthopäden/Unfallchirurgen und den Operateuren unserer Fachabteilung, den Anästhesisten und Fachpflegekräften sowie den Ergo- und Physiotherapeuten der BG Unfallklinik

  Chefarzt

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Michael Sauerbier

Sekretariat :
Christiane Barufke, Lisa Mehler, Irmtraud Schuster

  069 475-2323   069 475-2586 pc-hc@bgu-frankfurt.de