Brustrekonstruktion

Brustkrebs: Für viele Frauen in Deutschland und auch weltweit beginnt ein langer Leidensweg mit dieser Diagnose. In Deutschland wird bei rund 60.000 Frauen jährlich die Diagnose Mammakarzinom gestellt. Bei ca. 30% der betroffenen Patientinnen kann nicht brusterhaltend operiert werden, das heißt, daß die ganze betroffene Brust entfernt werden muss. Aber auch im Fall einer brusterhaltenden Therapie kann das individuelle Ergebnis weit entfernt von den Vorstellungen sein, die die Patientin von ihrer Brust hat: Asymmetrien, Einziehungen und Volumenverlust sind fast immer unvermeidbar.

Nach dem zunächst ohne Frage die Behandlung und Heilung dieser bösartigen Erkrankung im absoluten Vordergrund steht, sollte die Patientin umfassend darüber aufgeklärt werden, dass sie sich nicht Verlust ihrer Brust oder den zum Teil massiven Formveränderungen abfinden muss.

Leider sind die meisten Patientinnen in dieser Hinsicht nur mangelhaft aufgeklärt.Laut einer Umfrage des Bundesverbandes ‘Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.’ wissen weniger als 10% der betroffenen Frauen von den unterschiedlichen Möglichkeiten für die Wiederherstellung der Brust.

Im Rahmen der Brustchirurgie ist nach onkologisch sicherer Tumorentfernung die Rekonstruktion der äußeren Form der weiblichen Brust möglich. Die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion sind vielfältig und immer von der individuellen Patientin abhängig.

Die Lösung, die für die eine Patientin passend ist, muss bei der anderen nicht die optimale Rekonstruktionsmöglichkeit sein. Daher ist es wichtig, dass der Plastische Chirurg, den sie mit dieser wichtigen Aufgabe betrauen, das ganze umfassende Spektrum der Brustrekonstruktion beherrscht: Denn nur so, kann die für Sie richtige Lösung gefunden werden.

Der Brustrekonstruktion mit Implantaten oder Expander steht die Rekonstruktion mit Eigengewebe gegenüber. Diese kann einerseits mit schon seit Jahrzehnten durchgeführten gestielten Lappenplastiken, wie beispielsweise dem großen Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) in Kombination mit einem Implantat oder auch Muskulatur vom Bauch inklusive Haut (TRAM) vorgenommen werden.

Auch die modernen Methoden, wie sogenannte freie mikrovaskuläre Gewebeverpflanzungen, sogenannte Perforatorfettlappen vom Unterbauch oder Gesäß (DIEP-Lappen, S-Gap-Lappen) oder anderen freie Lappenplastiken, z.B. vom der Oberschenkelinnenseite (Grazilis Muskel), kommen hier in Betracht und werden bei uns durchgeführt.

In einem zweiten Schritt kann sich dann nach ca. 3 Monaten die Rekonstruktion der Brustwarze sowie eine eventuell nötige Angleichung der anderen Brust mittels Straffung oder Verkleinerung anschließen.

Welches Verfahren für Sie das richtige ist, kann immer nur im Rahmen einer individuellen ausführlichen Beratung entschieden werden. Im Rahmen dieses Gesprächs können wir Ihnen sehr gerne auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren erläutern.

Sowohl der Brustaufbau nach Brustkrebs als auch die Angleichung der anderen Brust werden in der Regel von der Krankenkasse getragen. Informieren Sie sich bei dem zuständigen Sachbearbeiter Ihrer Krankenkasse über diese Möglichkeit.

  Chefarzt

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Michael Sauerbier

Sekretariat :
Christiane Barufke, Lisa Mehler, Irmtraud Schuster

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