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Wirbelsäulenprotektoren für Fahrer/-innen von E-Bikes und Pedelecs

Immer öfter passieren Unfälle mit Fahrradfahrern, die mit Elektromotor unterwegs sind. Gegenüber dem Jahr 2015 sind die Unfälle im Jahr 2016 deutlich gestiegen. Besonders ältere Menschen verunglücken mit Pedelecs. Speziell die Wirbelsäulenverletzungen nehmen zu. Daher empfiehlt die Europäische Wirbelsäulengesellschaft (EUROSPINE) besonders für ältere Menschen  das Tragen sogenannter Wirbelsäulenprotektoren.
Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs in Deutschland ist 2016 stark gestiegen. Fahrer von Rädern, die durch einen Elektromotor beim Treten verstärkt werden, waren von Januar bis September in 3214 Unfälle verwickelt, bei denen 46 Menschen ums Leben kamen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dies entspricht einer Steigerung um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als 2313 Unfälle mit 26 tödlich Verletzten registriert wurden.

Nach Angaben des Leiters der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, sei ein Grund für die zunehmende Zahl an Unfällen, dass immer mehr solcher Fahrräder verkauft werden. Aber auch die Geschwindigkeiten die mit den Pedelecs zu erreichen sind spielen eine Rolle.

Durch die Elektrounterstützung fahren vor allem immer mehr ältere Menschen Rad und dies ungeschützt ohne Helm und Wirbelsäulenprotektoren, bei oft mehr als den erlaubten 25 Kilometer pro Stunde.

Die Europäische Wirbelsäulengesellschaft (EUROSPINE) empfiehlt deshalb speziell älteren Menschen sogenannte Wirbelsäulenprotektoren zu tragen, dazu der Vizepräsident der Fachgesellschaft und Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie an der BGU Frankfurt am Main, Prof. Dr. Frank Kandziora. „Die relative hohe Geschwindigkeit, gepaart mit der nicht selten verringerten Knochendichte des älteren Patienten kann speziell an der Wirbelsäule zu verheerenden Verletzungen führen“.

Wirbelsäulenbrüche zum Teil mit Nervenverletzungen und Lähmungserscheinungen die eine operative Versorgung bedürfen sind mögliche Folgen. „Wirbelsäulenprotektoren bieten, ähnlich wie Fahrradhelme, zwar keinen vollständigen Schutz können aber oft die Verletzungsschwere reduzieren“ sagte Prof. Dr. Frank Kandziora am Rande der Vorstandstagung der Europäische Wirbelsäulengesellschaft (EUROSPINE) in Frankfurt am vergangenen Wochenende.

 

E-Bikes boomen weiter

Der Zweiradindustrieverband schätzte die Zahl der Pedelecs und zulassungspflichtigen E-Bikes auf deutschen Straßen zuletzt im Jahr 2015 auf rund 2,5 Millionen, das entspricht rund 3,5 Prozent der 72 Millionen Fahrräder. Die Statistik über Unfälle mit Pedelecs und E-Bikes wird beim Statistischen Bundesamt seit 2014 geführt. 

  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rita Krötz

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