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Start der Hygiene-Kampagne "Keine Keime"

Im Rahmen der Initiative „Patientensicherheit und Qualität in Hessen“ beteiligt sich die BG Unfallklinik Frankfurt am Main an der von der Hessischen Krankenhausgesellschaft e. V. empfohlenen Hygiene-Kampagne „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger“.

Das Motto steht für eine Hygiene-Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher, aber auch die breite Öffentlichkeit für das Thema Keime und Infektionen zu sensibilisieren und über präventive Hygiene-Maßnahmen aufzuklären.
Denn Jede und Jeder kann dazu beitragen, sich und andere zu schützen und eine Übertragung von Keimen schon im Vorfeld zu unterbinden.

Hygiene-Wissen spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine verbesserte, gemeinschaftliche Prävention hilft, Keime unschädlich zu machen.

Eine entscheidende Rolle spielt hier sicherlich die korrekte Händehygiene. Wichtig für die Händedesinfektion ist, mindestens 3ml Händedesinfektionsmittel an allen Stellen und Zwischenräumen der Hand solange zu verreiben, bis dieses trocken ist.  Im Schnitt wirken die Mittel bereits nach etwa 30 Sekunden. Da Keime aber nicht nur über die Hände, sondern auch indirekt über Gegenstände übertragen werden können, ist eine intensive Reinigung aller Flächen, mit denen Patienten in Kontakt kommen, unverzichtbar; persönliche Utensilien und Kosmetikartikel sollten im Krankenhaus daher auch nicht mit anderen geteilt werden.

BGU Frankfurt übernimmt Vorreiterrolle

Um multiresistente Keime einzudämmen, ist insbesondere der verantwortliche Umgang mit Antibiotika in allen Bereichen von Bedeutung. Kliniken, allen voran die BGU in Frankfurt, haben deshalb sogenannte "Antibiotic-Stewardship"-Strukturen eingeführt. Ziel dabei ist der rationale Umgang mit Antibiotika.
„Diese Strukturen sorgen für die optimale Antibiotikatherapie des Patienten. Wie Studien beweisen kann „Antibiotic-Stewardship“ (ABS) dabei helfen, die Anwendung von Antibiotika um bis zu 40 Prozent zu senken“, so Dr. Rolf Teßmann, Krankenhaushygieniker sowie Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an der BGU.  Damit nehmen oft auch die Resistenzen bei Bakterien ab.
Das ABS-Team berät Klinikkollegen darin, welches Antibiotikum, in welcher Dosis, wie oft und in welcher Form verabreichet  werden soll. Es  koordiniert mit den Fachabteilungen für die Behandlung bestimmter Erkrankungen bestimmte Antibiotikaregime - und schließt damit den Griff zu anderen aus.

Weniger ist mehr

Zudem unterstützt die BG Unfallklinik als Mitglied des Multiresistente Erreger- (MRE) Netzes Rhein Main auch dessen Kampagne “Weniger ist mehr“. Auch hier geht es um den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika. Mit eingebunden sind neben den Kliniken auch Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, die Landesärztekammer Hessen, die kassenärztliche Vereinigung, Einrichtungen des Rettungsdienstes/Krankentransports sowie Labore, denn die Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Sektors ist von großer Bedeutung für den Erfolg des Projekts. Die Aktion wird durch Fortbildungen für Ärzte und einer gemeinsam mit der Landesärztekammer Hessen durchgeführten Online-Umfrage zu den Einflussfaktoren auf die Verschreibung von Antibiotika, flankiert. Ziel dabei ist, durch Reduktion des Antibiotikaverbrauchs der Entstehung von Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken.

Die Aktion „Keine Keime“ wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gefördert.

  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Rita Krötz

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