24 Stunden in Bereitschaft ...

Mit etwa 5.000 Notarzteinsätzen im Jahr ist der Notarztstandort an der BG Unfallklinik einer der größten in ganz Hessen. Diese Einsatzzahlen spiegeln das große Engagement der Klinik in der präklinischen Notfallmedizin wieder. Seit knapp 50 Jahren hat die BGU zusammen mit der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main eine zentrale Rolle in der Entwicklung des notarztbegleiteten Rettungsdienstes eingenommen. Folgerichtig wurde auch schon der erste Notarztwagen Frankfurts an dieser Klinik stationiert und auch der dritte Rettungshubschrauber in Deutschland nahm seinen Dienst vor 40 Jahren an unserer Unfallklinik auf.

Notfallversorgung

Verletzte Patienten, unabhängig ob es sich um Arbeits- oder Freizeit- oder häusliche Unfälle handelt, werden rund um die Uhr in unserer Notfallambulanz nach modernsten unfallchirurgischen Standards therapiert. Gerade bei Schwerverletzten, die der Klinik als überregionales Traumazentrum von den Notfallstellen oder im Rahmen der sogenannten Traumanetzwerke zugewiesen werden, ist eine rasche und effektive Diagnostik und Therapie lebensnotwendig.

Rettungs-/Notarztdienst

Patient wird im Schockraum versorgt.
Patient wird im Schockraum versorgt.

Auch wenn das Rettungswesen keine eigenständige Abteilung der Klinik ist sehen wir bereits in der präklinischen Versorgung von Patienten den ersten, und oft lebensentscheidenden, Behandlungsbeginn. Über 15 Notärzte der unfallchirurgischen Abteilung stellen die notärztliche Versorgung auf dem Rettungshubschrauber (RTH Christoph 2) sicher. Die notärztliche Besetzung im bodengebundenen Notarztdienst auf dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF 1) wird seit 2010 neben einer ebensogroßen Gruppe von Notärzten der chirurgischen Abteilungen auch von Notärzten der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin gewährleistet. Alle verfügen selbstverständlich über den Fachkundenachweis »Notfallmedizin« und sind für ihre Aufgabe in der präklinischen Versorgung von Notfallpatienten speziell weitergebildet und trainiert. Insbesondere bei chirurgischen Notfällen kommt unser Anspruch »Versorgung unter einem Dach« (Retten-Heilen-Rehabilitieren) besonders zur Geltung.

Christoph 2 vor der Frankfurter Skyline
Christoph 2 vor der Frankfurter Skyline

Der RTH Christoph 2 wurde 1972 im Ballungsraum Rhein-Main als dritter Rettungshubschrauber der Luftrettung in Deutschland stationiert. Mittlerweile wird in Deutschland die Luftrettung von über 50 Rettungshubschraubern sichergestellt. Mit knapp 45.000 Einsätzen weist das Team des RTH Christoph 2, das sich aus einem Piloten der Bundespolizei, einem Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr Frankfurt und einem Notarzt unserer Unfallklinik zusammensetzt, eine enorme Erfahrung und Kompetenz auf.

Im Jahresdurchschnitt fliegt der Rettungshubschrauber etwas mehr als drei Einsätze pro Tag, d.h. von 7.00 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang, da eine primäre Luftrettung bei Nacht in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Seit 1997 startet er von seinem Stationierungsort, dem Hangar bzw. Dachlandeplatz im 13. Stock der BGU, bei Rückkehr mit einem Patienten stehen ihm seit 2011 zwei der modernsten Dachlandeplätze Deutschlands zur Verfügung. Bei Schwerstverletzten sind durch die kurzen Wege von Landeplatz, Schockraum sowie CT und OP optimale Verhältnisse geschaffen.

Der Hubschrauber wird beladen.
Der Hubschrauber wird beladen.

Der Hubschrauber ist immer einsatzbereit und muss nach maximal zwei Minuten zum Einsatz ausgerückt sein. Seine Vorteile sind neben der Geschwindigkeit und schonenden Transportbedingungen eine überregionale Einssatzfähigkeit. Er ist mit allen medizinischen Geräten und Medikamenten ausgerüstet, die zur Versorgung von verletzten oder erkrankten Menschen benötigt werden. Seit dem 29. Februar 2008 ist ein modernen Eurocopter 135 T2i im Einsatz und löst damit nach 36 Jahren die EC Bo 105 CBS-5 "Superfive" ab. Neben einem vergrößerten Platzangebot im Hubschrauber stehen moderne Navigations- und Sicherheitshilfsmittel (z.B. Hinderniswarngerät) zur Verfügung.

Ein Radius von 60 km rund um Frankfurt am Main stellt das Primäreinsatzgebiet des RTH Christoph 2 dar. Neben Primäreinsätzen führt der RTH auch den dringenden Interhospitaltransfer durch, das heißt, die Verlegung von Patienten aus kleineren Kliniken in die überregionalen Trauma- und Behandlungszentren, wie zum Beispiel die BGU.

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF 1)

Das Notarzteinsatzfahrzeug an der BGU
Das Notarzteinsatzfahrzeug an der BGU

Seit über 45 Jahren ist ein Notarztwagen an der BGU stationiert und wird von einem Notarzt der Klinik und einem Rettungsassistenten der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main besetzt. Seit Februar 2001 wurde das Notarztsystem in Frankfurt auf das sogenannte NEF-Rendezvous-System umgestellt. Bei einem Notfall, der dringende ärztliche Hilfe schon vor Ort benötigt (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Verkehrsunfälle), wird zusätzlich zu einem Rettungstransportwagen (RTW) eines der fünf in Frankfurt stationierten Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) zur Einsatzstelle alarmiert. Hier werden lebensrettende Sofortmaßnahmen oder eine ärztliche Notfallbehandlung durchgeführt.

Falls erforderlich wird der Transport des Patienten im RTW in ein geeignetes Krankenhaus durch den Notarzt begleitet. Ist eine ärztliche Transportbegleitung nicht notwendig, ist das NEF sofort wieder für einem weiteren Notfall abkömmlich. Diese deutlich erhöhte Flexibilität des Systems spiegelt sich auch in den gestiegenen Einsatzzahlen der letzten Jahre wieder.

Rettungstransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeug und Rettungshubschrauber
Rettungstransportwagen, Notarzteinsatzfahrzeug und Rettungshubschrauber

Unsere Notärzte sind mit unterschiedlichsten Partnern aus ganz Deutschland nach wie vor sehr aktiv an der Weiterentwicklung des Rettungswesen beteiligt. In Frankfurt selbst sehen wir unsere Aufgabe auch in der Aus- und Weiterbildung von nichtärztlichem Rettungsdienstpersonal und sind fester Partner der Akademie für Notfall- und Rettungsmedizin der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main. Auch bei der Ausbildung von Notärzten sind unsere »Rettungsprofis« bei diversen, auch überregionalen Kursen, als Dozenten tätig. Aus der engen Partnerschaft von BG Unfallklinik und Berufsfeuerwehr im Rettungsdienst sind neben der Teilnahme von Notärzten der Klinik am sogenannten »Leitenden Notarztdienst« der Stadt Frankfurt am Main auch das Kriseninterventionsteam (KIT) Deutschland Mitte im Auftrag des Auswärtigen Amtes entstanden, welches deutschen Staatsbürgern bei Großschadensfällen im Ausland eine schnelle medizinische Hilfe zur Verfügung stellt.

Erfahrene Rettungsteams mit den Partnern Bundespolizei, Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main und Notärzten der BGU sind seit fast einem halben Jahrhundert fester Bestandteil der präklinischen Notfallversorgung im Rhein-Main Gebiet.