ABS

Antibiotic Stewardship (kurz: ABS)-Strukturen an der BG Unfallklinik Frankfurt am Main

Weltweit nehmen Antibiotikaresistenzen zu, neue Antibiotika sind absehbar nicht verfügbar, vielerorts werden Antibiotika zu häufig und zu breit eingesetzt.

In der BG Unfallklinik Frankfurt sind seit Mitte 2015 drei Ärzte als ABS-Experten qualifiziert. Unter Leitung von Chefarzt Dr. R. Teßmann (selbst ABS-Experte) wurde eine ABS-Kommission ins Leben gerufen. Dies ist ein wesentliches Merkmal des BGU-Antibiotic Stewardship (ABS)-Programms. Ziel ist: Infektionsprävention! Die Qualität der Verordnung von Antibiotika, Auswahl der Substanzen, Dosierung, Applikation und Anwendungsdauer werden kontinuierlich verbessert. Hierdurch lassen sich beste klinische Behandlungsergebnisse unter Beachtung einer Minimierung von Toxizität für den Patienten sowie Resistenzentwicklung erreichen.

 ABS-Kommission

Die ABS-Kommission setzt sich zusammen aus den ABS-Experten, dem Mikrobiologen (Prof. Dr. Hunfeld, Krankenhaus Nordwest), dem beratenden Hygieniker (Prof. Wille), den Hygienefachkräften, Fachapothekerin, Ärzten sämtlicher Fachabteilungen des Hauses, der Pflegedienstleitung sowie Vertreter des Labors und des QM. Durch Maßnahmen wie regelmäßige Stationsvisiten, infektiologische Visiten, Betreuung komplexer infektiologischer Patientenfälle, der Reevaluierung der klinikeigenen Antibiotikaleitlinien sowie der regelmäßigen Bereitstellung und Interpretation der Resistenzdaten und der Antibiotikaverbrauchsdaten werden hier höchste infektiologische Standards etabliert.

Die ABS-Kernstrategien, die krankheitsbilddefinierte Antiinfektiva-Hausliste, spezielle Sonderrezept- und Freigaberegelungen (ggf. mit Anwendungsbeschränkungen), die Gestaltung und Umsetzung von Fortbildungen, Schulungen und Information und die Durchführung proaktiver antiinfektiver Verordnungsanalysen bzw. antiinfektiver Visiten sind mittlerweile gut etabliert. Schließlich beschäftigen sich einzelne Arbeitsgruppen innerhalb der ABS-Kommission um ergänzende ABS-Strategien wie der Festlegung/Überprüfung einer Deeskalation, der Therapiedauerfestlegung, der Umsetzung von intravenöser zur oralen Antibiotikazufuhr, der Dosisoptimierung, ggf. auch mit antiinfektivem Substanzwechsel oder speziellen Regelungen für das Management von Patienten mit multiresistenten Erregern, auch Clostridium difficile.

 ABS-Arbeitsgruppe im MRE-Netzwerk Rhein-Main

Übergeordnet wurde eine ABS-Arbeitsgruppe interessierter Kliniken aus dem Rhein-Main-Gebiet – eingebettet in das MRE-Netzwerk Rhein-Main – am 08.03.2016 im Rahmen einer Fortbildung über Pneumonie gegründet. Die Koordination übernimmt hier der Chefarzt der Anästhesie, Dr. Rolf Teßmann. Ziel ist auch hier: Synergien stärken, einheitliche Strukturen etablieren und von und miteinander lernen!!

Noch an dem Gründungsabend einigte man sich darauf, regelmäßige Treffen zu etablieren, um ABS-Strukturen in den Kliniken miteinander zu vergleichen. Gemeinsame Fortbildungen sollen dann helfen, auf gleichem Informationsniveau zu bleiben, bzw. sich dort hin zu entwickeln, andernorts gut etablierte Prozesse sollen Interessierten zur Verfügung gestellt werden, Qualität soll verbessert werden.

„Interesse an einer Mitarbeit?“ Fragen Sie einfach im Sekretariat nach!

 

 

  Vorsitz Hygienekommission

Dr. med. Rolf Teßmann

Friedberger Landstr. 430

60389 Frankfurt

Sekretariat:
Monika Bachus

  069 475-2568   anaesthesie@bgu-frankfurt.de

  Weitere Infos

Informationen zur ABS-AG unter der Schirmherrschaft des MRE-Netzwerks Rhein-Main finden Sie im Artikel "Regionale Aktivitäten im Kampf gegen multiresistente Bakterien: neue Antibiotic-Stewardship-Arbeitsgruppe", abrufbar über die Website der Landesärztekammer Hessen (www.laekh.de),
Hessisches Ärzteblatt, Ausgabe 09/2016, S. 514 f.

  Projektraum

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