Krankenhaushygiene / ABS

Krankenhaushygiene

Die Hygiene ist, ähnlich wie die Mikrobiologie, eine junge Wissenschaft. Ihre Anfänge liegen, verbunden mit Namen wie Pettenkofer, Pasteur und Koch, Ende des letzten Jahrhunderts.

Im Gegensatz zur kurativen Medizin, die sich mit der Behandlung und Heilung von Krankheiten beschäftigt, ist das Ziel der Hygiene, die Entstehung von Krankheiten oder Infektionen bereits im Vorfeld zu verhindern und den Patienten davor zu schützen. Die Krankenhaushygiene ist somit heute ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitswesens. Durch intensive Kommunikation und Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen unserer Klinik sowie fortlaufende Schulungen und Fortbildung aller Beteiligten schaffen wir dafür die optimalen Voraussetzungen.

 Erkennen, Erfassen und Bewerten von Krankenhausinfektionen
  • Wir zeichnen alle Daten bezüglich der Krankenhausinfektionen (z. B. Häufigkeit, Art der Erkrankung, Erreger, Resistenzspektren, Lokalisierung auf bestimmte Bereiche) auf und führen hausinterne und externe Infektionsstatistiken.
  • Seit über 10 Jahren nehmen wir als Referenzklinik an der beim NRZ (nationalen Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen am Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charite´-Universitätsmedizin Berlin) angesiedelten KISS-Erfassung (KISS = Krankenhaus - Infektions-Surveillance-System) teil, deren Kooperationspartner auch das RKI (Robert-Koch-Institut) in Berlin ist. Hier werden bundesweit Resistenz- und Infektionsraten und -daten gesammelt, die dann auch in die gesetzlichen Regelungen Eingang finden.
  • Wir erstellen hygienische Standards für infektiöse Erkrankungen und Standards zum Umgang mit multiresistenten Erregern (z. B. Hygienemaßnahmen bei Patienten mit einer Kolonisation/Infektion mit MRSA, MRGN, VRE etc.).
  • Durch eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Aufsichtsbehörden, insbesondere dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main, stellen wir die hohe Qualität der Hygiene in der BGU sicher.
  • Die enge Verzahnung zwischen den wichtigen krankenhauseigenen Kommissionen, vor allem der Hygienekommission, der Arzneimittelkommission oder der Medizinprodukte-Kommission, stellt sicher, dass die Hygiene bei allen wichtigen Krankenhausentscheidungen miteinbezogen wird.
  • Wir engagieren uns gemeinsam mit dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main im (Multiresistente Erreger-) MRE-Netzwerk und erhielten im Jahr 2013 und 2015 das MRE-Siegel. Voraussetzung für den Erhalt des Siegels sind u. a. eine strukturierte Hygieneorganisation in den Häusern, Schulungen und Fortbildungen zu antibiotikaresistenten Erregern sowie die Umsetzung sachgerechter Hygienemaßnahmen, insbesondere guter Händehygiene / Händedesinfektion.

Die statistische Auswertung und Interpretation der von uns erhobenen Daten in Zusammenarbeit mit dem bakteriologischen Labor führt zur Ermittlung von Infektionsraten und hilft uns diese zu vermeiden. Auch die Vorsorge von Infektionsausbruchssituationen ist ein wichtiges Betätigungsfeld, zu dem gegebenenfalls auch Personaluntersuchungen zählen.

 Fachliche Kompetenz des Personals

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Krankenhaushygiene sind standardisierte Arbeitsabläufe und Verfahrensweisen. Dabei gilt es, die gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen einzuhalten und die Praktikabilität der Maßnahmen zu gewährleisten.

Nur Personal, das die Notwendigkeit sinnvoller Hygienemaßnahmen versteht, kann das Verhalten entsprechend umsetzen. Der positive Effekt richtig umgesetzter Hygienemaßnahmen ist eine erhöhte fachliche Kompetenz und Sicherheit des Personals bei der Ausübung von Pflege-, Behandlungs- und Therapiemaßnahmen. Daran arbeiten wir kontinuierlich durch Schulungen und praktische Anleitungen unseres Personals.

Dank der Unterstützung aller MitarbeiterInnen haben wir einen hohen Hygienequalitätsstandard erreicht, wie uns auch bei den regelmäßigen Begehungen durch das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main immer wieder bestätigt wird.

Sicherstellung der Praktischen Umsetzung

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Krankenhaushygiene sind standardisierte Arbeitsabläufe und Verfahrensweisen. Dabei gilt es, die gesetzlichen Vorgaben und Empfehlungen einzuhalten und die Praktikabilität der Maßnahmen zu gewährleisten. Nur Personal, das die Notwendigkeit sinnvoller Hygienemaßnahmen versteht, kann das Verhalten entsprechend umsetzen. Der positive Effekt richtig umgesetzter Hygienemaßnahmen ist eine erhöhte fachliche Kompetenz und Sicherheit des Personals bei der Ausübung von Pflege-, Behandlungs- und Therapiemaßnahmen. Daran arbeiten wir kontinuierlich durch Schulungen und praktische Anleitungen unseres Personals. Dank der Unterstützung aller Mitarbeiter haben wir einen hohen Hygienequalitätsstandard erreicht, wie uns auch bei den regelmäßigen Begehungen durch das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main immer wieder bestätigt wird.

Weiter mit ausführlichen Informationen zur praktischen Umsetzung der Krankenhaushygiene in der BG Unfallklinik geht es hier ».

 Hygienepläne der BG Unfallklinik

In unseren Hygieneplänen werden das Infektionsschutzgesetz, das Medizinproduktegesetz, die Biostoffverordnung, die Richtlinien des Robert-Koch-Instituts sowie eine Vielzahl von Normen, Verordnungen und Empfehlungen zusammengefasst, die der Sicherstellung eines gleichbleibend hohen Hygienestandards dienen.

 Infoflyer in deutsch, englisch, russisch oder türkisch

Das MRE-Netzwerk Rhein-Main bietet Informationsflyer für Patienten und Angehörige zu MRSA, ESBL und VRE und hat diese auch in die englische, russische und türkische Sprache übersetzen lassen. Sie können sich die Flyer auf der Homepage des Netzwerkes herunterladen.

http://www.mre-rhein-main.de/informationsflyer.php

 

 

 Weitere Links zum Thema "Hygiene"

Robert-Koch-Institut
www.rki.de

Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main
www.gesundheitsamt.stadt-frankfurt.de

Arbeitskreis "Krankenhaus- & Praxishygiene" der AWMF
www.hygiene-klinik-praxis.de

Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie e. V.
www.dghm.org

  Vorsitz Hygienekommission

Dr. med. Rolf Teßmann

Sekretariat :
Monika Bachus

Leitende Hygienefachkraft:
Heike Karpf

  069 475-2568 anaesthesie@bgu-frankfurt.de hygienefachkraft@bgu-frankfurt.de

  Zum Begriff »Hygiene«

Das Wort »Hygiene« stammt aus dem Griechischen: ὑγιεινή [τέχνη] (hygieiné téchne) und bedeutet »der Gesundheit zuträgliche Kunst«. Es ist von Hygiéia, der griechischen Göttin der Gesundheit, abgeleitet.

Unter dem Begriff »Hygiene« versteht man die Lehre von der Verhütung von Krankheiten und der Erhaltung und Festigung der Gesundheit. Der Begriff war schon immer eng mit dem jeweiligen Volksempfinden, den Sitten und Gebräuchen verbunden, allerdings auch mit dem Stand der aktuellen wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf den 1. Rhein-Main Hygienetag am 7. Oktober aufmerksam machen.
Mit diesem überregional ausgerichteten Veranstaltungsformat möchten wir uns wie gewohnt an Pflegende, Ärzte/-innen und hygienisches Fachpersonal aller Berufsgruppen richten, um neue Entwicklungen im Bereich der Krankenhaushygiene und Infektiologie zu präsentieren und so dem wissenschaftlichen und fachlichen Erkenntniszuwachs in der Praxis Rechnung zu tragen.