Verletzungen und Erkrankungen des Meniskus - Symptome und Ursachen

Als Meniskus bezeichnet man den halbmondförmigen Knorpel im Knie (von griech. mḗnē = Mond). Im Kniegelenk existieren ein Innen- und ein Außenmeniskus. Diese vergrößern die Kontaktfläche zwischen Oberschenkelknochen und Schienbeinplateau und bilden mit ihrer Form und Struktur die Grundlage für eine optimale Gewichtsverteilung und eine Stoßabsorption der nicht kongruenten Kniegelenkstrukturen.

Meniskusverletzungen sind häufige Sportverletzungen, können aber auch nicht-traumatische Ursachen haben. In bis zu 80 % der Fälle treten sie als Begleiterkrankung der vorderen Kreuzbandruptur auf.

Typische Symptome sind Schmerzen im Knie, die bei einem akuten Meniskusriss meist ganz plötzlich auftreten und sich bei degenerativen Veränderungen über einen längeren Zeitraum entwickeln. Flüssigkeitsansammlungen im Inneren des Gelenks können zu Schwellungen führen. Oftmals ist das Kniegelenk nicht mehr so beweglich wie gewohnt.

 Diagnostik, Therapie und Operationsverfahren

Nach einer eingehenden Untersuchung mit speziellen Meniskustests wenden wir ergänzend zur klinischen Diagnosesicherung bildgebende Untersuchungsverfahren an. Bei der Magnetresonanztomografie (MRT) werden die Weichteilgewebe des Knies (Bänder, Menisken, Muskeln, etc.) hochauflösend dargestellt, um Ausmaß und Ort der Verletzung besser beurteilen zu können. Gegebenenfalls ergänzen wir die Untersuchung durch Röntgen oder Ultraschall.

Ob eine konservative (nichtoperative) Therapie erfolgreich sein kann, hängt nicht nur von der Größe des Schadens und eventuell vorhergegangenen Schäden im Knie ab. Auch individuelle Belastungen im Alltag spielen für den Erfolg eine entscheidende Rolle.
Aufgrund seiner minimalen Fähigkeit zur Spontanheilung ist bei symptomatischem Meniskusriss in der Regel ein operativer Eingriff notwendig. Ziel jeder Meniskustherapie ist es, möglichst viel des gesunden Meniskusgewebes zu erhalten. Die Arthroskopie ermöglicht eine exakte Diagnostik und Klassifikation aller Formen von Meniskusläsionen aber auch gleichzeitige Therapie.
Die Entfernung und Glättung von irreparabel geschädigtem Meniskusgewebe direkt bei der arthroskopischen Untersuchung kann in der Regel das weitere Einreißen verhindern und beseitigt die Beschwerden. Sofern Rißform und Gewebequalität es zulassen wird immer der Erhalt des Meniskus durch Naht (Refixation) angestrebt.

Für die arthroskopische Meniskusnaht gibt es zahlreiche Refixationstechniken und Nahtmaterialien, die je nach Lokalisation der Verletzung unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Während der hintere Meniskusanteil (Hinterhorn) mittels der sogenannten „All-Inside-Technik“ mit speziellen Nahtankersystemen behandelt wird, wird für den mittlere Anteil (Pars intermedia) die „Inside-Out-Technik“ und für den vorderen Meniskusanteil (Vorderhorn) die „Outside-in-Technik“ verwendet. Bei Ablösung der Meniskusaufhängung (Meniskuswurzel=root) führen wir die sogenannte arthroskopische transtibiale Auszugsnaht in einer tibialen Doppeltunneltechnik durch.

Der höhergradige Meniskusverlust des jungen Patienten ohne fortgeschrittene degenerative Gelenkveränderungen stellt die klassische Indikation zum Meniskusersatz dar. Neben dem allogenen Meniskus-Volltransplantat stellt das Kollagen-I-Meniskusimplantat eine Therapieoption bei Teildefekten dar. Diese Fasergerüste können dann schrittweise mit eigenen Zellen besiedelt werden und so in der Folge ein meniskusähnliches Gewebe produzieren.

 Nachbehandlung

Nach einer Meniskusteilresektion sollte das operierte Bein für drei bis fünf Tage an Gehstöcken teilbelastet werden. Die Heilungsphase sollte durch begleitende Physiotherapie sowie gegebenenfalls Lymphdrainage und Elektrotherapie unterstützt werden. Sportfähigkeit besteht in Abhängigkeit der betriebenen Sportart nach ca. vier bis acht Wochen. Nach der Refixation sollte eine Teilbelastung des Gelenks über einen Zeitraum von ca. zwei Wochen erfolgen. Bei besonderen Nahttechniken (z.B. Wurzelrefixation) ist eine Entlastung für sechs Wochen erforderlich. Die Beweglichkeit wird für sechs Wochen durch eine Schiene (Orthese) limitiert und nach einem entsprechenden Nachbehandlungsplan gesteigert. Darüber hinaus kann der Patient unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse und in Verbindung mit Physio- oder Ergotherapie und der regelmäßigen Kontrolle durch den behandelnden Arzt mit zunehmenden Bewegungsübungen beginnen. 

 Unsere Leistungen

- gezielte radiologische Untersuchungsverfahren zur Diagnosesicherung
- multimodale konservative Therapiekonzepte mit physio- und schmerztherapeutischen Maßnahmen
- umfassende Erfahrung mit verschiedenen arthroskopischen Operationstechniken zur differenzierten Behandlung unterschiedlicher Verletzungsmuster
- ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Technik
- und vor allem: ein erfahrenes und qualifiziertes Behandlungsteam bestehend aus den Chirurgen unserer Fachabteilung sowie den Anästhesisten und Fachpflegekräften sowie Therapeuten der BG Unfallklinik

  Chefarzt

Dr. med. Frederic Welsch

Sekretariat :
Aspasia Saduddin, Brigitte Mack

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