Verletzungen und Erkrankungen des Knorpels im Kniegelenk - Symptome und Ursachen

Gelenkknorpel überzieht die knöchernen Gelenkflächen und vermindert die Reibung bei der Bewegung indem er eine eine glatte Oberfläche auf den Gelenkenden bildet. Er kann wie ein Stoßdämpfer Kräfte, die ein Vielfaches des Körpergewichts betragen, abfangen und verhindert, dass die Knochen direkt aufeinanderprallen. Ist der Knorpel verletzt oder erkrankt, kann er diese Funktion nicht mehr übernehmen. Ein Knorpelschaden kann – muss aber nicht - sehr schmerzhaft sein. Er wird häufig durch Unfälle und Verletzungen verursacht und tritt oft in Verbindung mit Bandverletzungen oder Patellaluxationen auf. Aber auch Durchblutungsstörungen, Achsfehlstellungen, Meniskusverletzungen, Bandinstabilitäten oder Stoffwechselerkrankungen können zu Knorpelschäden führen. Häufig sind auch degenerative Veränderungen und Verschleiß (Arthrose) ursächlich. Das Knorpelgewebe kann nur in sehr geringem Umfang vom Körper regeneriert werden.

 Diagnostik, Therapie und Operationsverfahren

Zur Diagnose und Sicherstellung von Begleitverletzungen verwenden wir radiologische Untersuchungsverfahren, insbesondere die Röntgendiagnostik des Kniegelenkes in drei Ebenen, gegebenenfalls ergänzt durch eine Röntgen-Ganzbein-Achsaufnahme oder Magnetresonanztomographie (MRT).

Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) werden freie und instabile Knochen- bzw. Knorpelteile entfernt, der Knorpel geglättet und das Gelenk gesäubert und gespült (Lavage bzw. Débridement).
Erst dann kann ein Defektareal in seiner Ausdehnung realistisch abgemessen und je nach Grad des Defekts über die weitere Therapie entschieden werden. Bei gering ausgeprägten Veränderungen können physiotherapeutische Übungen schon ausreichend sein, um dem Betroffenen ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen.

Eine traumatische Knorpelablösung sollte - wenn möglich - unter Erhalt des Knorpelfragments wiederangeheftet werden. Ist der Kontakt mit dem Knorpelbett noch erhalten, kann die Refixation unter Umständen arthroskopisch durchgeführt werden. Hierfür stehen auflösbare Schraubensysteme oder Stifte zur Verfügung.

Je nach Art und Größe des Defekts stehen zur Knorpelbehandlung folgende Verfahren zu Verfügung: Bei der sogenannten Mikrofrakturierung kann die Reparation des Knorpels arthroskopisch durch Knochenbohrungen im Defektbezirk durch das Einwandern mesenchymaler Stammzellen des Blutes oder Knochenmarks in den Defektbereich erreicht werden. Häufig gelingt es so, einen bindegewebigen Ersatzknorpel in dem geschädigten Gelenk zu erzeugen.

Bei der Autologen Chondrozytenimplatation (ACT) werden in einer ersten Operation Knorpelzellen arthroskopisch entnommen und im Labor kultiviert. In einer zweiten Operation ca. drei bis vier Wochen später werden diese Zellen dann in einem Kollagen-Vlies (Matrix) in den ursprünglichen Defekt replantiert, sog. Matrixgestützte autologe Knorpelzelltransplantation (MACI). Bei kleineren oder ungünstig lokalisierten Knorpeldefekten besteht auch die Möglichkeit die Zellen in einem 3-D-Gel endoskopisch-minimalinvasiv an die betroffene Stelle zu injizieren.

Bei der Osteochondralen Transplantation (OCT) werden ein oder mehrere (Mosaik) Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem weniger belasteten Spenderareal des Kniegelenks in den Defektbereich transplantiert. Hierbei werden sowohl der geschädigte Knorpel als auch der mitgeschädigte Knochen durch den vitalen Knochendübel und -hyalines Knorpelgewebe ersetzt.

Welche Behandlungsmethode die erfolgversprechendste ist, muss in jedem Fall individuell entschieden werden.

 Nachbehandlung

Vom Verfahren der Knorpeltherapie unabhängig sollte nach der OP eine Entlastung des Gelenks über einen Zeitraum von sechs Wochen erfolgen. Idealerweise sollte direkt nach der OP mit passiven Bewegungsübungen mittels einer sogenannten CPM-Schiene (Continuos Passive Motion) begonnen werden. Darüber hinaus kann der Patient unter Berücksichtigung seiner individuellen Bedürfnisse und in Verbindung mit Physio- oder Ergotherapie und der regelmäßigen Kontrolle durch den behandelnden Arzt mit zunehmend aktiven Übungseinheiten beginnen. Kniebelastende Sportarten können in Abhängigkeit des jeweiligen Knorpeltherapieverfahrens frühestens wieder nach sechs bis zwölf Monaten aufgenommen werden, da der Knorpel eine lange Heilungszeit benötigt.

 Unsere Leistungen

- gezielte radiologische Untersuchungsverfahren zur Diagnosesicherung mit Röntgendiagnostik des Kniegelenkes in drei Ebenen, ergänzt durch eine Röntgen-Ganzbein-Achsaufnahme und Magnetresonanztomographie
- multimodale konservative Therapiekonzepte mit physio- und schmerztherapeutischen Maßnahmen
- umfassende Erfahrung mit minimalinvasiven, arthroskopischen Operationsverfahren
- hoher Erfahrungsschatz mit den verschiedenen aktuellen Knorpeltherapieverfahren
- ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Technik
- und vor allem: ein erfahrenes und qualifiziertes Behandlungsteam bestehend aus den Chirurgen unserer Fachabteilung sowie den Anästhesisten und Fachpflegekräften sowie Therapeuten der BG Unfallklinik

  Chefarzt

Dr. med. Frederic Welsch

Sekretariat:
Sandra Contreras Carrasco, Brigitte Mack

  069 475-2121   069 475-2192   sportorthopaedie@bgu-frankfurt.de