Schultersteife oder Capsulitis adhaesiva - Symptome und Ursachen

Vereinfacht gesagt gibt es drei Gründe, die zur sogenannten Schultersteife (Capsulitis adhaesiva) führen können: Zur der bei Weitem häufigsten Form, der sogenannten „primären Capsulitis adhaesiva“, kommt es ohne erkennbare äußere Einwirkung oder Ursache. Diese Form der Schultersteife ist häufiger vergesellschaftet mit Erkrankungen der Schilddrüse und Diabetes. Die Gelenkkapsel entzündet sich, verdickt und versteift und schränkt somit die Bewegungsfreiheit ein.
Ursache für die "sekundäre" Schultereinsteifung ist ein Schmerz, der durch eine andere Erkrankung, Verletzung oder eine Operation der Schulter entsteht. Wenn ein Patient beispielsweise nach einem Unfall die Schulter längere Zeit nicht bewegt, führt dies zu einer Schrumpfung der Gelenkkapsel und der Bänder und in deren Folge auch zur Einbuße der Beweglichkeit.

Die dritte Ursache einer Schultersteife kann die Arthrose des Schultergelenks, eine sogenannte Omarthrose, sein. Während der anfänglichen, etwa sechsmonatigen Entzündungsphase sind vorwiegend Ruhe- und Nachtschmerzen charakteristisch. Es kommt es zu einer zunehmenden Einsteifung und starken Bewegungseinschränkung, insbesondere bei der Außendrehung der Schulter. In der Regel lassen die Schmerzen im zweiten Stadium der Erkrankung zwar nach, die Beweglichkeit bleibt jedoch weiterhin eingeschränkt. Im dritten Stadium kann die Erkrankung ausheilen, gegebenenfalls mit nur minimalen Bewegungseinschränkungen. Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Da sie über eine Dauer von 18 bis 36 Monaten mit oft sehr starken Schmerzen und massiven Bewegungseinschränkungen verbunden ist, ist sie nur schwer zu tolerieren.

 Diagnostik, Therapie und Operationsverfahren

Im Rahmen der Diagnostik wird zunächst die Krankengeschichte detailliert analysiert und der Patient gründlich untersucht. Daraus ergeben sich in der Regel entscheidende Hinweise auf den richtigen Therapieansatz. Zusätzlich verifizieren wir die klinische Diagnose mit weiterführenden radiologischen Untersuchungen wie Ultraschall, konventioneller Röntgendiagnostik und gegebenenfalls Magnetresonanztomografie (MRT).

Nach Ursache und Ausmaß der Schmerzen und Bewegungseinschränkung wird der Behandlungsplan erstellt. Gerade zu Beginn der Erkrankung kann ein Therapieversuch mit Cortison als Injektion in das Gelenk oder als Tabletten-Stufentherapie erfolgversprechend sein. Nach Abklingen der Akutphase werden in der Regel physiotherapeutische Maßnahmen eingeleitet. Darüber hinaus werden Schmerzmedikamente in allen Phasen eingesetzt, in denen der Schmerz im Vordergrund steht. Erst wenn die konservative Therapie keine Besserung der Beschwerden zeigt, sollte eine operative Therapie erwogen werden.

Ziel dabei ist es, die Beweglichkeit wiederherzustellen und die Schmerzfreiheit zu gewährleisten. Dafür wird während eines minimal operativen, arthroskopischen Eingriffs das entzündlich verdickte Kapselgewebe abgetragen und die „geschrumpfte“ Gelenkkapsel wieder erweitert.

 Nachbehandlung

Sowohl für den konservativen als auch für den operativen Therapieansatz ist eine sehr konsequente physiotherapeutische Behandlung über einen längeren Zeitraum notwendig.

Unmittelbar nach der Operation legt der Operateur den Nachbehandlungsplan fest. Um einer erneuten Bewegungseinschränkung vorzubeugen, wird direkt im Anschluss an die Operation intensiv mit physiotherapeutischen Übungen begonnen. Um die Bewegungstherapie schmerzfrei zu ermöglichen, hat sich bewährt, ein Lokalbetäubungsmittel über einen Katheter an den Schulternerven zu verabreichen. Der Katheter wird bereits im Rahmen der OP durch einen Narkosearzt gelegt und kann noch wenige Tage postoperativ verbleiben.

 Unsere Leistungen
  • Umfangreiche radiologische Untersuchungen zur Diagnosesicherung 
  • Multimodale konservative Therapiekonzepte mit physio- und schmerztherapeutischen Maßnahmen 
  • Viel Erfahrung mit minimalinvasiven, athroskopischen Operationsverfahren 
  • Ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Technik 
  • Und vor allem: ein erfahrenes und hervorragend ausgebildetes Behandlungsteams bestehend aus Operateuren, Anästhesisten und Fachpflegekräften sowie Physiotherapeuten

  Chefarzt

Dr. med. Frederic Welsch

Sekretariat:
Aspasia Saduddin, Brigitte Mack

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