Schultereckgelenksprengung oder Akromioklavikulargelenkverletzungen - Symptome und Ursachen

Über ein Zehntel aller sportbedingten Schultergürtelverletzungen betreffen das sogenannte Akromioklavikulargelenk, d. h. das Gelenk zwischen dem Schlüsselbein und dem Schulterdach. Davon sind Männer 10-mal häufiger betroffen als Frauen. Die Verletzungen sind zumeist unfallbedingt und entstehen oft durch einen direkten Sturz auf die Schulter mit angelegtem Arm, seltener durch Stürze auf den ausgestreckten Arm bzw. auf den Ellenbogen. Je nach Größe der einwirkenden Kraft kommt es dabei zu einer Zerrung des Schultereckgelenks oder zum Riss der einzelnen Bandstrukturen sowie der Gelenkkapsel. Neben diesen akuten Verletzungen können am Schultereckgelenk auch sogenannte chronische Instabilitäten auftreten. Diese kommen beispielsweise nach nicht behandelter akuter Verletzung oder fehlgeschlagener konservativer oder operativer Therapie vor.

 Diagnostik, Therapie und Operationsverfahren

Je nachdem wie viele Bänder verletzt sind ergeben sich verschiedene Ausprägungsgrade der Verletzung. Diese werden nach Rockwood eingeteilt. In Abhängigkeit davon wird darüber entschieden, ob operiert werden muss oder konservativ therapiert werden kann.

Die Diagnosefindung erfolgt anhand spezifischer Untersuchungstests und durch eine spezielle Röntgenuntersuchung. Bei klinischem Hinweis auf zusätzliche Begleitverletzungen kann gegebenenfalls eine Magnetresonanztomografie-Untersuchung (MRT) diese nachweisen.

Operationsverfahren für die akute Akromioklavikulargelenk-Instabilität sind zahlreich. Häufige Verfahren sind die Stabilisierung mit einer Metallplatte (Haken-Platte), perkutane Transfixation des AC-Gelenks mit Bohrdrähten, Stabilisierung der Bandverbindungen mit einer Bosworth-Schraube oder in chronischen Fällen Verlagerung eines Bandes vom Schulterdach auf das Schlüsselbeinende (Op nach Weaver-Dunn). Das Verständnis der Anatomie der beiden coracoclaviculären Bänder (Lig. trapezoideum und medial Lig. conoideum) hinsichtlich ihres Ansatzes, Ursprung und Verlauf stellt den Grundstein für das Verständnis der aktuellen anatomischen AC-Gelenkstabilisierung dar. Diese Erkenntnisse führten zum Umdenken in der operativen Versorgung der akuten sowie chronischen AC-Gelenkinstabilität.

Die sogenannte Tight-Rope-Implantation ermöglicht eine minimalinvasive und anatomische Stabilisierung der akuten Instabilität mit Hilfe eines „Flaschenzugsystems“. Dieses wird arthroskopisch eingebracht: Zunächst erfolgt eine Reposition des Schlüsselbeins (Clavicula) zu dem Rabenschnabelfortsatzknochen (Processus coracoideus). Über eine Gelenkspiegelung wird dann ein Fadensystem mit zwei Titanplättchen eingebracht. Das Schlüsselbein wird dabei durch einen kräftigen Faden an den Rabenschnabelfortsatz fixiert, so dass die verletzten Bänder heilen können.

In den chronischen Fällen reicht dieses Konstrukt nicht aus, denn die Bandstümpfe schrumpfen nach einiger Zeit und können sich dann nicht mehr annähern. Hier muss zusätzlich zu dem Tight-Rope-Flaschenzugsystem der Einbau einer über einen kleinen Hautschnitt am Knie entnommenen Sehne (Gracilissehne) erfolgen um die Bänder zu ersetzen. Diese sogenannte Graft-Rope-Operation wird ebenfalls minimalinvasiv, arthroskopisch unterstützt durchgeführt.

 Nachbehandlung

Das Zusammenwachsen der Bänder bzw. Einwachsen der Ersatzsehne nach der Tight-Rope bzw. Graft-Rope-Operation braucht Zeit. Zur konsequenten Nachbehandlung ist daher die Anlage eines Schulterkissens für sechs Wochen unerlässlich. Mit physiotherapeutischen Übungen wird bereits in dieser Zeit dafür gesorgt, dass neben der Einheilung eine optimale Beweglichkeit erhalten wird.

 Unsere Leistungen
  • Ein multimodales Diagnostik- und Therapiekonzept 
  • Ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster Technik im OP zur sehr präzisen, schonenden und sicheren Durchführung aller notwendigen chirurgischen Eingriffe 
  • Erfahrung mit den verschiedenen minimalinvasiven Operationsverfahren (Tight-Rope und Graft-Rope) 
  • Und vor allem: erfahrene und hervorragend ausgebildete Behandlungsteams bestehend aus Operateuren, Anästhesisten und Fachpflegekräften sowie Physiotherapeuten und Schmerztherapeuten

  Chefarzt

Dr. med. Frederic Welsch

Sekretariat:
Sandra Contreras Carrasco, Brigitte Mack

  069 475-2121   069 475-2192   sportorthopaedie@bgu-frankfurt.de