Kalkschulter oder Tendinitis Calcarea - Symptome und Ursachen

Von einer sogenannten Kalkschulter (Tendinitis calcarea) spricht man bei Kalkeinlagerungen (Calciumsalze) in den Muskelsehnenansatz der sogenannten Rotatorenmanschette (Sehnenhaube der Schulter). In der Regel verkalkt dabei die Supraspinatussehne (SSP-Sehne), die den oberen Anteil der Rotatorenmanschette bildet. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung der Armhebung durch Umlenkung der Kraftvektoren des Deltamuskels.

Die Ursachen hierfür sind nicht vollständig geklärt. Prinzipiell wird eine verminderte Durchblutung bestimmter Sehnenanteile diskutiert, was zur Druckerhöhung auf die Sehne, einer schlechteren Sauerstoffversorgung und im Lauf der Zeit auch zu Kalkablagerungen führen kann. Aber auch fehlgeschlagene Heilungsversuche, die durch physiologische Alterungsprozesse an der Sehne (Sehnendegeneration) bedingt werden, sind als Ursache möglich.

Die Kalkablagerungen am Schultergelenk können lange unbemerkt bleiben. Ab einer gewissen Größe verursachen sie jedoch häufig Schmerzen. Dabei besteht keine strenge Korrelation zwischen der Größe der Kalkdepots und dem Ausmaß der Schmerzen. Anfangs treten diese in der Regel nur bei bestimmten Bewegungen auf, vor allem bei einer Überkopftätigkeit und bei Drehbewegungen des Arms. Zunehmend kommen dann aber auch Ruhe- und Nachtschmerzen dazu. Die Sehne wird durch den Kalk zunehmend gereizt und entzündet sich. Vereinzelt frei werdende Kalkteile sorgen oft sogar beim darüber liegenden Schleimbeutel im Schultergelenk für äußerst schmerzhafte und chronische Entzündungen.

Für die Erkrankung ist ein wellenförmiger Verlauf typisch. Heftigen Beschwerden, die monatelang anhalten und die Lebensqualität stark beeinträchtigen, wechseln sich mit schmerzfreien Zeiten ab.

 Diagnostik, Therapie und Operationsverfahren

Am Anfang der Diagnostik steht eine gründliche ärztliche Untersuchung. Sehnenverkalkungen und Entzündungen des Schleimbeutels lassen sich mittels Ultraschall sehr gut darstellen. Ergänzend gehört immer eine Röntgenuntersuchung in mehreren Ebenen gegebenenfalls auch in unterschiedlicher Armdrehstellung dazu, um das Kalkdepot darzustellen.

In der Regel beginnt die Therapie mit konservativen (nicht-operativen) Maßnahmen. Hierzu zählt neben Schmerztabletten und Infiltrationen im Verlauf auch eine physiotherapeutische Behandlungen. Auch mithilfe einer Stoßwellentherapie kann versucht werden, den Kalk aufzulösen.

Patienten, denen nicht ausreichend durch eine konservative Therapie geholfen werden konnte und deren Beschwerden eine deutliche Frequenzsteigerung zeigen, sollten operativ behandelt werden.

Während der Operation werden die Verkalkungen und Kalkdepots sowie der entzündlich veränderte Schleimbeutel entfernt und, sofern erforderlich, der subacromiale Raum erweitert. Dieser Eingriff kann in der Regel arthroskopisch (minimalinvasiv) durchgeführt werden. Während der Spiegelung (Arthroskopie) können gleichzeitig Zusatzschäden (Arthrose, Rotatorenmanschettenriss oder Impingement-Syndrom) diagnostiziert und gegebenenfalls mitbehandelt werden.

 Nachbehandlung

Die Schulter sollte nach dem operativen Eingriff für etwa drei Wochen geschont werden. Allerdings sollte eine frühzeitige, sanfte Mobilisierung dafür sorgen, damit die Patienten ihre Schulter möglichst schnell wieder schmerzfrei bewegen können. Dafür wird direkt nach der OP mit physiotherapeutischer Therapie und selbstständigen Bewegungsübungen begonnen.

 Unsere Leistungen
  • Umfangreiche, bildgebende Verfahren zur klinischen Diagnosestellung 
  • Konservative Therapiekonzepte mit Physiotherapie und Schmerztherapie 
  • Große Erfahrung mit minimalinvasiven, Orthoskopischen Operationsverfahren 
  • Ein Höchstmaß an Sicherheit für unsere Patienten durch die Nutzung modernster OP-Technik zur präzisen, schonenenden und sicheren Durchführung aller notwendigen chirurgischen Eingriffe 
  • Und vor allem: erfahrene und hervorragend ausgebildete Behandlungsteams bestehend aus den Chirurgen unserer Fachabteilung, den Anästhesisten, Fachpflegekräften, Physiotherapeuten und Schmerztherapeuten der BG Unfallklinik

  Chefarzt

Dr. med. Frederic Welsch

Sekretariat:
Sandra Contreras Carrasco, Brigitte Mack

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