Septische Chirurgie

In der Abteilung für Septische Chirurgie steht ein erfahrenes, aufeinander eingespieltes Ärzte und Pflegeteam zur Verfügung, das sich seit Jahren mit der Bekämpfung muskuloskeletaler Infektionen, aber auch deren Rekonstruktion und Rehabilitation befasst. Häufige Wechsel der medizinischen Bezugspersonen entfallen somit, der Patient und sein komplexer Krankheitsverlauf sind den Behandelnden vertraut und redundante Untersuchungen werden möglichst vermieden.

Wundheilungsstörungen sind für uns kein Unglück, das man verdrängt und von dem man sich abwendet. Ganz im Gegenteil erfahren genau solche Patienten die höchste Aufmerksamkeit, die sie am meisten benötigen und am dringendsten Hilfe brauchen. Infektkomplikationen sind in unserer Abteilung keine exotischen Ausnahmen, mit denen keiner so richtig umgehen kann, sondern ein alltägliches Problem, das rasch und professionell gelöst werden muss.

 Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Behandlungserfolg

Muskuloskeletale Infektionen, also Knochen- und Weichteilinfektionen, können schwere, mitunter lebensbedrohliche Krankheitsbilder verursachen, die trotz moderner Behandlungsmethoden bleibende Funktionseinbußen hinterlassen. Sie neigen zu Rezidiven selbst nach jahrelanger Beschwerdefreiheit, ihr Verlauf ist für die Betroffenen rätselhaft und unheimlich. Man spricht deshalb nicht von einer "Infektsanierung", sondern von einer "Infektberuhigung", die es zu erreichen gilt.

Die pathophysiologischen Grundlagen muskuloskeletaler Infektionen sind bislang nicht restlos aufgeklärt, obwohl weltweit daran gearbeitet wird. Die klinische Erfahrung lehrt aber seit Langem, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, um eine Osteomyelitis auszulösen. Einflussgrößen sind die lokale und die systemische Immunität des Patienten, die wiederum durch verschiedene endo- und exogene Faktoren moduliert werden, sowie die Virulenz der Erreger. Eine anhaltende Infektberuhigung kann deshalb auch nur dann gelingen, wenn das Krankheitsbild als Ganzes erfasst und behandelt wird und nicht nur Symptome kuriert werden.

Die Grundvoraussetzung einer erfolgreichen septischen Chirurgie ist ihre Einbindung in ein Netzwerk aus verschiedenen Fachdisziplinen, die bei der Therapie eng zusammenarbeiten. Zu nennen sind in erster Linie Gefäß- und Plastische Chirurgie, Innere Medizin, Anästhesie, Mikrobiologie, aber auch Psychologie, Psychosomatik und Rehabilitative Medizin.

Unfallchirurgie und Orthopädie spielen jedoch die wichtigste Rolle bei der Behandlung der posttraumatischen akuten und chronischen Osteomyelitis. Ihnen obliegt die Herdsanierung, die nach derzeitiger Vorstellung mit einer Gründlichkeit durchgeführt werden muss, wie sie aus der Tumorchirurgie bekannt ist. Ihr schließt sich eine gezielte antibiotische Behandlung an, die im Idealfall mit einer Defektrekonstruktion abgeschlossen werden kann. Dafür sind oft mehrere Eingriffe erforderlich, die Maßnahmen können sich über Wochen hinziehen. Für den Erfolg ist eine fachübergreifende Vorbereitung und Begleitung unumgänglich.

  Chefarzt

Dr. med. Gerhard Walter

Sekretariat:
Carmen Michel

  069 475-2022   069 475-4242   septischechirurgie@bgu-frankfurt.de