Verletzungen des Rückenmarks

Das Rückenmark liegt im Wirbelkanal und wird durch die 33 Wirbel der Wirbelsäule geschützt. Alle vom Gehirn absteigenden und zum Gehirn aufsteigenden Nervenbahnen verlaufen in diesem Kanal. Sie dienen der Kommunikation des Gehirns mit den inneren Organen, den Muskeln und der Haut. Zusammen mit dem Gehirn bilden sie das Zentralnervensystem (ZNS): Das Gehirn sendet über die Nervenbahnen im Rückenmark zum Beispiel Botschaften an einen Muskel, wie schnell und wann und wie weit er sich bewegen soll. An das Gehirn zurück werden dann Meldungen über den Bewegungserfolg, aber auch viele andere Informationen wie u. a. Empfindungen (Schmerz, Berührung, Temperatur und Ähnliches), Tiefensensibilität und der Dehnungszustand von Muskeln und Sehnen gesendet. Einfache Reflexe werden bereits auf der Ebene des Rückenmarks verschaltet, ohne dass das Gehirn mit einbezogen wird.

Verletzungen des Rückenmarks, die zu einer Kommunikationsunterbrechung zwischen der Zentrale, dem Gehirn, und den inneren Organen und Gliedmaßen führen, sind sowohl auf Unfälle als auch auf Erkrankungen zurückzuführen.

Die Wirbelsäule lässt sich in die vier Abschnitte Hals-, Brust-, Lenden-, und Sakralwirbelsäule (abgekürzt: HWS, BWS, LWS, SWS) unterteilen.
Eine Schädigung des Rückenmarks wird durch einen Buchstaben und eine Zahl beschrieben, die auf das betroffene Segment verweist:
TH6 bedeutet eine Verletzung unterhalb des sechsten Brustmarksegmentes.
C5 weist auf eine Verletzung unterhalb des fünften Halsmarksegmentes hin. Die Bezeichnung der Höhe bezieht sich immer auf das letzte noch intakte Segment.

Bei den Folgen einer Verletzung oder Schädigung des Rückenmarks in Höhe der Halswirbelsäule spricht man von Tetraplegie, einer Lähmung beider Arme und Beine und gegebenenfalls einer Lähmung der Atemmuskulatur.
Bei den Folgen einer Verletzung unterhalb der Halswirbelsäule von einer Paraplegie, einer Lähmung beider Beine.

Sind bei der Rückenmarksverletzung Muskelkraft und Sensibilität vollständig aufgehoben, spricht man von einer sensibel und motorisch kompletten Lähmung, während eine inkomplette Lähmung nicht den kompletten Verlust von Sensibilität und Motorik zur Folge hat. Die Kombinationsmöglichkeiten einer vorhandenen Restmotorik und Restsensibilität sind bei einem inkompletten Querschnitt sehr vielfältig.

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