Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie

Die Abteilung für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie existiert bereits seit 1969 als selbstständige Abteilung an der BG Unfallklinik.

Einer der Schwerpunkte unserer Abteilung liegt im Gebiet der rekonstruktiven Mikrochirurgie, insbesondere die funktionelle Wiederherstellung der Extremitäten (BG-liche Verletzungen, chronische Wunden) sowie der komplexen Handchirurgie mit all ihren Facetten. Die Rehabilitation der verletzten bzw. erkrankten Hand ist ebenfalls einer unserer Behandlungsschwerpunkte. Auf diesem Gebiet arbeiten wir sehr eng mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Schmerztherapeuten, Neurologen/Psychologen sowie Rehabilitationsmedizinern in interdisziplinären Behandlungskonzepten zusammen.

Auch die Wiederherstellung nach gutartigen oder bösartigen Tumorerkrankungen (z. B. Gesichtstumoren, Brustkrebs, Thoraxwand, Weichgewebesarkomen) einschließlich palliativer Chirurgie sowie die Behandlung von angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen in der gesamten Körperregion gehört zu unserem Behandlungsbereich. Auf speziellen Wunsch bzw. entsprechender Notwendigkeit führen wir auch Verbesserungen des äußeren Erscheinungsbildes von Patient/innen (sog. Ästhetische Chirurgie) durch.

 Überregionales Replantationszentrum und Hand-Trauma-Zentrum

Die Abteilung ist im Rahmen des Traumanetzwerkes Rhein-Main als überregionales Replantationszentrum für abgetrennte Gliedmaßen zertifiziert. Weiterhin besteht eine internationale Zertifizierung der Europäischen Handchirurgischen Fachgesellschaft (FESSH; www.fessh.com) als sogenanntes Hand-Trauma-Zentrum.

Da die erfolgversprechende Revaskularisation oder Replantation nur in einem sehr engen Zeitfenster möglich ist, ist der frühzeitige und schnelle Transport des Patienten unmittelbar nach dem Unfall zum Beispiel mit dem Hubschrauber in die Klinik eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Operation.

Für alle Notfälle aus den Bereichen Handchirurgie und Plastische Chirurgie (wie z.B. Amputationsverletzungen, schwere Weichteilverletzungen, Gefäß-/Nervenverletzungen usw.) steht rund um die Uhr (24 Stunden) ein erfahrenes Notfall-Team zur Verfügung.

 Informationen zur Handchirurgie

Die Handchirurgie hat sich in den letzten Jahrzehnten als sehr anspruchsvolle Spezialdisziplin mit hohem Stellenwert an vielen Kliniken entwickelt und wird in nahezu allen BG Kliniken als eigenständige Abteilung, oft auf Grund der Gemeinsamkeiten in der rekonstruktiven Mikrochirurgie auch zusammen mit plastisch-chirurgischen Abteilungen, sehr intensiv betrieben. 

Hierzu werden modernste Verfahren zur Anwendung gebracht. Optische Vergrößerungen mit Lupenbrillen und Mikroskop, minimalinvasive, endoskopische Verfahren und spezielle Anästhesieverfahren sollen ein bestmögliches Ergebnis und damit höchstmögliche Patientenzufriedenheit möglich machen. Durch Hochleistungsmikroskope lassen sich verletzte Blutgefäße und Nerven, deren Durchmesser unter einem Millimeter liegt, wieder rekonstruieren. Für diese Maßnahmen steht Nahtmaterial zur Verfügung, das mit dem bloßen Auge z. T. nicht mehr erkennbar ist.

Abgetrennte Gliedmaßen können wieder replantiert oder Haut-Gewebe-Defekte durch sogenannte "freie Gewebetransplantationen" verschlossen werden.

Die meisten Eingriffe an der Hand werden in einer sogenannten Oberarmblutleere durchgeführt um bestmögliche Sicht auf die Strukturen der Hand zu gewährleisten. Bei bestimmten Indikationen wird in unserer Klinik ein Verfahren angewendet welches für den Patienten komfortabler ist, da keine Sperre des arteriellen Zustroms in die Hand notwendig ist. Im sogenannten „Wide awake approach“ Verfahren wird ein Lokalanästhetikum mit Adrenalinzusatz in das Operationsgebiet injiziert, was durch Medikamentenwirkung einen Minderbluteinstrom bewirkt und somit einen für den Operateur ähnlichen Effekt wie eine Blutleere. Dieses Verfahren kann bei vielen Erkrankungen wie zum Beispiel dem Karpaltunnelsyndrom, der Tendovaginosis oder auch bei komplexen Sehnenverletzungen zur Anwendung kommen.

In unserer Abteilung wird das gesamte Spektrum der chirurgischen Spezifität angeboten und mit entsprechender Routine durchgeführt. Die Behandlung von Handverletzungen, oft in Kombination mit Nerven-, Gefäß- und Sehnendestruktionen, geht hierbei über schwerste Verletzungen und Amputationen bis hin zur geplanten Behebung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen der Hand.

Unsere Abteilung ist zum Schwerstverletzungsartenverfahren der Berufsgenossenschaften zugelassen. Über die Rettungsmittel, boden- wie luftgebunden werden schwerste Handverletzungen sowie Patienten mit Gliedmaßenamputationen zu jeder Tages- und Nachtzeit zuverlegt.

Des Weiteren werden in der Abteilung unter anderem folgende Erkrankungen der Hand und des Handgelenkes behandelt welche hier beispielhaft aufgeführt werden:

  • angeborene Fehlbildungen der Hand 
  • Frakturen der Hand und des Handgelenks 
  • Falschgelenkbildung bzw. Pseudarthrosen 
  • Sehnen- und Bandverletzungen der Finger und des Handgelenks 
  • Verletzungen des Discus triangularis am Handgelenk und anderen intrakarpaler Strukturen 
  • degenerative Veränderungen (z.B. Arthrose) 
  • rheumatische Veränderungen 
  • Nervenengpasssyndrome 
  • Morbus Dupuytren 
  • Tumorchirurgie

Eine weiterer Schwerpunkt der Abteilung ist die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Handgelenkes. Hierbei kann durch kleinste Eröffnung der Haut und der Gelenkkapsel an definierten Stellen ein Einblick in den Gelenkinnenraum gewonnen werden (sog. Diagnostische Arthroskopie). Krankhafte Veränderungen können aufgezeigt werden und nach Ausprägung direkt arthroskopisch, oder in einer späteren Operation angegangen werden. Zu Krankheitsbildern arthroskopisch oder arthroskopisch unterstützt behandelt werden gehören die Arthrose, Verletzungen der Bänder des Gelenkes wie z.B. der skapholunären Bandstrukturen, der Knorpelscheibe (Discus triangularis) zwischen Elle und Handwurzel und der Gelenkinnenhautentzündung (Synovialitis). Der Patient oder die Patientin kann für die Operation zwischen einer Vollnarkose und einer Betäubung des betroffenen Armes wählen.

Die Endoprothetik aller Gelenke der Hand wird an der Abteilung ebenso durchgeführt. Im Bereich der Finger betrifft dies die Grund und Mittelgelenke wo ein Ersatz durch Silikonprothesen oder ein metallischer Ersatz möglich ist. Prothesen des Handgelenkes mit Abstützung in der Speiche und der Handwurzel wie Ellenkopfprothesen werden bei entsprechender Indikation zur Beschwerdelinderung und Funktionsverbesserung eingesetzt.

Unter der Berücksichtigung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Handchirurgie, an deren Entwicklung unsere Ärzte aktiv teilnehmen, werden sowohl Notfallpatienten als auch chronisch Erkrankte gleichermaßen umfassend behandelt.

 Informationen zur Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie

Die Plastische-Rekonstruktive Chirurgie beschäftigt sich mit der Korrektur angeborener oder erworbener Form - beziehungsweise Funktionsdefekte des gesamten Körpers.

Heute stehen für solche Behandlungen die modernsten Verfahren der Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie, wie zum Beispiel die Mikrochirurgie zur Verfügung, und werden im besonderen Maße nach schweren Unfällen und deren Folgen eingesetzt. Gerade nach Arbeitsunfällen mit Folgen wie beispielsweise freiliegenden Knochen oder Sehnen sowie Wundheilungsstörungen sind häufig rekonstruktive Operationsverfahren unvermeidbar.

Ein wichtiges Standbein der Abteilung ist auch die Wiederherstellung nach gutartigen beziehungsweise bösartigen Tumoren des gesamten Körpers. Hierzu zählen insbesondere Tumore der weiblichen Brust, der Thoraxwand (z.B. nach Brustkrebs, Bestrahlungsfolgen) oder auch Tumore im Gesicht.

Bei der Brustchirurgie erfolgt die Rekonstruktion der äußeren Form der weiblichen Brust nach Tumorentfernung durch Anwendung modernster mikrochirurgischer Techniken wie zum Beispiel Gewebeübertragungen vom Unterbauch, Oberschenkel oder Gesäß.

Ein Hauptbetätigungsfeld unseres Teams besteht in der sorgfältigen onkologischen Entfernung von Tumoren des Haut-/Weichteilgewebes beziehungsweise des Skelettsystems an oberer und unterer Extremität, den sogenannten Weichgewebesarkomen und die Rekonstruktion des daraus resultierenden Defektes mit Lappenplastiken.

 Informationen zur Ästhetischen Chirurgie

Die Natur ist vielfältig, aber nicht immer gerecht

In den letzten Jahren ist die Bedeutung guten Aussehens deutlich gestiegen. Der tägliche Blick in den Spiegel konfrontiert uns mit den kleinen oder größeren Problemzonen unseres Körpers, die wir so gerne verdrängen würden. Auch in der Gesellschaft, im privaten wie beruflichen Umfeld, wird auf ein perfektes Körperbild zunehmend Wert gelegt. Immer mehr Männer und Frauen besuchen deshalb im Bestreben, ihr äußeres Erscheinungsbild zu verbessern, Fitnessstudios, oder sie unterziehen sich Diäten. Leider sind nicht alle Problemzonen durch diese Maßnahmen zu korrigieren.

Daher wendet sich eine zunehmende Zahl an Frauen und in den letzten Jahren auch immer mehr Männer den operativen Korrekturmöglichkeiten zu. Die Ästhetische Chirurgie als Teilgebiet der Plastischen Chirurgie kann helfen, das gewünschte Erscheinungsbild zu erreichen oder zu erhalten.

Die folgenden Seiten sollen Ihnen einen Einblick in die Klinik für Ästhetische Chirurgie der BG Unfallklinik geben. Sie stellen nur einen kleinen Teil des großen Spektrums der Ästhetischen Chirurgie dar. Zur kompetenten Beantwortung weitergehender Fragen und zur Information über hier nicht aufgeführte Operationen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gerne zur Verfügung.

Wie finde dich den Arzt meines Vertrauens?

Im Bereich der Ästhetischen Chirurgie ist die Suche und Auswahl des Arztes, dem Sie Ihr Vertrauen schenken, ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum gewünschten kosmetischen Ergebnis.

Der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist der anerkannte Facharzt für die ästhetische Chirurgie. Er hat die entsprechende staatlich reglementierte Ausbildung absolviert, erfüllt den anspruchsvollen Operationskatalog der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie und hat die entsprechenden Prüfungen vor der jeweiligen Landesärztekammer abgelegt. Allein der Titel "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie" ist rechtlich geschützt. Nur die Behandlung bei einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie gibt dem Patienten die Sicherheit, in den Händen eines kompetenten Behandlers zu sein. Titel wie "Kosmetischer Chirurg", "Schönheitschirurg" oder "Ästhetischer Chirurg" sind nicht geschützt und geben daher keine Auskunft über die Qualifikation des behandelnden Arztes.

Neben der oben beschriebenen, umfassenden Ausbildung absolvieren die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen DGPRÄC ein regelmäßiges Weiterbildungsprogramm, so dass auch neue wissenschaftliche und klinische Entwicklungen schnell zum Wohle der Patienten eingesetzt werden können.

Zur kompetenten Beantwortung weitergehender Fragen und für weitere Information zu unserem großen Behandlungsspektrum und weiteren hier nicht aufgeführten Operationen stehen Ihnen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen unserer Klinik gerne zur Verfügung.

  Chefarzt

Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Michael Sauerbier

Sekretariat:
Christine Barufke, Lisa Mehler, Sara Ariah

  069 475-2323   069 475-2586   pc-hc­(at)bgu-frankfurt.de