Psychotraumatologisches Zentrum für Diagnostik und Therapie (PZDT)
Psychische Folgen nach einem schweren Unfallereignis
Seit dem 01.03.2006 besteht an der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main ein Kompetenzzentrum für psychotraumatologische Diagnostik und Therapieplanung.
Wir sind ein Team bestehend aus Ärzten und Psychologen und haben es uns zur Aufgabe gemacht, Patienten zu helfen, die nach einem Arbeitsunfall oder einem anderen traumatischen Erlebnis eine psychische Störung entwickelt haben. Im Folgenden möchten wir Ihnen gerne einen kurzen Überblick geben sowohl über die diagnostischen als auch therapeutischen Möglichkeiten unseres Zentrums.
Psychische Folgen treten in bedeutsamem Ausmaß nach Arbeitsunfällen auf. Häufige Diagnosen sind neben einer Posttraumatischen Belastungsstörung auch eine Anpassungsstörung, spezifische Phobien sowie affektive Störungen. Die frühe Erfassung von Patienten mit einem Risiko für eine solche Erkrankung sowie deren Verlaufsbeobachtung mit gegebenenfalls Frühintervention oder auch längerfristigen therapeutischen Maßnahmen ist häufig die Voraussetzungen für einen günstigen Heilverlauf. Gestützt wird diese Aussage durch die Freiburger Arbeitsunfallstudie (HVBG; LVBG).
Seit Dezember 2003 wurde in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt am Main ein psychotherapeutisches Konzept für die Behandlung von psychischen Folgen bei schweren Arbeitsunfällen aufgebaut. In Anlehnung an die Freiburger Arbeitsunfall Studie (FAUST) wurde das diagnostische und therapeutische Vorgehen nun überarbeitet und standardisiert.
Die wissenschaftliche Leitung des Kompetenzzentrums sowie die tagesklinische Behandlung von Patienten mit komplexeren Traumafolgen hat Herr Prof. Dr. A. Klimke, Psychiatrische Klinik des Städtischen Klinikum Offenbach, übernommen. Ziel ist es, Patienten mit schweren komorbiden Störungen oder mit einem chronischen Verlauf, die eine stationäre Behandlung benötigen, schnellstmöglich weiterbehandeln zu können. Ergänzend hierzu besteht ein ambulantes Behandlungskonzept mit einem Netzwerk von niedergelassenen Traumatherapeuten.
Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Frankfurt am Main ist als Unfallklinik mit sehr vielen stationären Erstbehandlungen nach Arbeitsunfällen betraut, so dass der Identifikation von Patienten mit psychischen Folgen nach Arbeitsunfällen eine besonders hohe Priorität zukommt. Das PZDT schult zu diesem Zweck regelmäßig das ärztliche und pflegerische Personal und erfasst zusätzlich zu diesen Maßnahmen mittels eines kurzen Fragebogens die häufigsten Symptome nach einem traumatischen Erlebnis. Bei Patienten mit Hinweisen auf psychische Beschwerden erfolgt dann eine differenzierte psychiatrische und psychologische Diagnostik, die verschiedene standardisierte Interviews sowie Fragebogenverfahren enthält. Wesentlich erscheint in diesem Zusammenhang die Abklärung möglicher komorbider Störungen, die eine Behandlung der Traumafolgen erschweren könnten. Sofern dies sinnvoll erscheint, wären auch im Rahmen der stationären Therapie erste psychotherapeutische Frühinterventionen in Form von Krisenintervention möglich.
Für eine genauere Abklärung bei Patienten mit einem Schädel-Hirn-Trauma stehen dem Kompetenzzentrum neben der medizinischen Diagnostik auch eine umfassende psychologische Leistungsdiagnostik zur Verfügung, so dass insbesondere das Zusammenspiel von organischen und psychischen Unfallfolgezuständen sowie der Einfluss möglicher unfallunabhängiger Faktoren in diesem Zusammenhang differenziert möglich ist.
Nach Abschluss möglicher Frühinterventionen erfolgen regelmäßige Verlaufskontrollen.
Darüber hinaus werden Patienten im Rahmen ambulanter Heilverfahrenskontrollen bzw. im Rahmen ambulanter erstdiagnostischer Maßnahmen betreut. Ebenfalls erfolgen im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen regelmäßige diagnostische Überprüfungen von ambulanten Therapiemaßnahmen.


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